Daniel Freaker wurde 1977 in London geboren. Er studierte Grafikdesign (BA), Bildende Kunst und Kunstgeschichte (MA) und verfügt über eine Lehrbefähigung. Er lebt und malt in Portsmouth an der Südküste Großbritanniens. Wie sind Sie zur Kunst gekommen?
Wenn ich nicht lerne, fühle ich mich unsicher und bin mir nicht sicher, wer ich bin und was ich tue. Deshalb gibt mir das Malen den Raum, kreative Risiken einzugehen und jeden Tag Neues zu lernen. Ich bin fasziniert von der Kraft der Bilder. Sie erzählen Geschichten, berühren unsere gemeinsamen Erfahrungen und sprechen uns auf emotionale Weise an. Farbe als Medium hat durch ihre Tropfen eine Unmittelbarkeit, die unglaublich verführerisch ist.
Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben? Was macht Ihre Kunst besonders?
Meine Arbeit wird oft so beschrieben, als wäre sie im Regen stehen gelassen worden. Ich sehe sie irgendwo zwischen abstraktem Expressionismus und figurativer Malerei. Manche Elemente sind detailliert, andere intuitiv, gestisch und ausdrucksstark. Form und Definition sind ausreichend, um erkennbare Räume und Objekte anzudeuten. Die Motive wirken oft verloren wie Erinnerungen, die Szenen wirken verlustreich und manchmal schmerzhaft, doch die Farben sorgen für Ausgewogenheit und Spannung. Wie gehen Sie bei der Entwicklung Ihrer Arbeit vor?
Ich entwickle Ideen, indem ich von einem Moment in meinem eigenen Leben ausgehe, der sich roh und verwirrend anfühlt, wie zum Beispiel eine Trennung oder eine Phase des Erwachsenwerdens. Ich erforsche das, bis ich etwas finde, das es visuell so widerspiegelt, dass andere damit etwas anfangen können. Ich denke also, dass die Arbeit sowohl sehr persönlich ist, aber auch eine gemeinsame Verbindung zu anderen Menschen aufbaut. Wer oder was beeinflusst Sie?
Ich schöpfe aus einer Vielzahl von Quellen, insbesondere aus der Literatur und von Schriftstellern wie Hermann Hesse oder Filmemachern wie Terence Malick und Tarkowski, die eine visuelle Poesie schaffen und die Regeln traditioneller Erzählkunst brechen. Auch Musik spielt eine große Rolle, und ich liebe die unbekümmerte Hingabe und Intensität rhythmischer elektronischer Musik, die visuelle Kultur der Musikvideos und die damit verbundene Mode. Vor allem ist es die Suche nach neuen Erfahrungen und Erkenntnissen, die mich antreibt.
Was planen Sie als Nächstes?
Ich arbeite an neuen Kooperationen mit verschiedenen Künstlern und Marken. Ich liebe die gegenseitige Befruchtung verschiedener Medien und die neuen Ideen, die dadurch entstehen. Ich arbeite zum Beispiel daran, ein Parfüm durch Malerei zu reflektieren und arbeite auch mit anderen Künstlern aus den Bereichen Textil, Mode und Druck zusammen. Instagram