Five questions to Farrukh Addnan

Fünf Fragen an Farrukh Addnan

Farrukh Addnan ist ein bildender Künstler, geboren in Mian Channu, Punjab, Pakistan. Er lebt und arbeitet in Lahore, Pakistan. Mit seiner Kunst erforscht er die Spuren seiner historischen Heimatstadt Tulamba und deren kulturelles Gedächtnis. Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Da ich in meiner Kindheit nur wenig Zeit zum Spielen im Freien hatte, blühte meine Neugier in den eigenen vier Wänden auf, wo ich die faszinierende Welt des Stickens entdeckte. Zuzusehen, wie meine Tanten und Verwandten kunstvoll komplizierte Muster mit Techniken wie Phulkari und Charsuti Tanka zum Leben erweckten, weckte meine Faszination für die damit verbundene Kunst. Die ehrenamtliche Unterstützung bei diesen Gemeinschaftsprojekten wurde zu einer neuartigen Möglichkeit, mit meiner Familie in Kontakt zu treten, und der sorgfältige Stickprozess wurde bald zu meinem kreativen Ventil. Ihr Engagement und ihre Ausdauer beim Gestalten wunderschöner Stücke hinterließen einen bleibenden Eindruck bei mir. Über die Freude an der Handarbeit hinaus vertiefte ich mich in die kulturelle Bedeutung jeder einzelnen Stickerei und hinterfragte die Muster, Motive und Geschichten, die diese Kunst bereicherten. Diese frühe Begegnung mit der Welt des Stickens machte mich nicht nur glücklich, sondern vermittelte mir auch ein tiefes Gefühl der Zielstrebigkeit. Rückblickend wurden diese Tage, die ich in den eigenen vier Wänden verbrachte, zum fruchtbaren Boden, auf dem meine Kreativität erblühte.

Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben? Was macht Ihre Arbeit besonders?

Mein künstlerischer Stil ist eine kuratierte Reise durch geerdete Realitäten, ausgedrückt in abstrakter und minimalistischer Sprache. Mit Punkten, verschiedenen Linien, Markierungen, Buchstaben, Zeichen, Symbolen, Mustern, Ausgrabungsplänen, Vermessungen und Dokumentationen versuche ich, die Vielschichtigkeit dieser Aspekte in meiner Arbeit zu vermitteln. Meine bevorzugten Medien sind Feder und Tinte, Tuschezeichnungen und verschiedene Materialien wie Blattsilber, das mit der Zeit auf Wasli-Papier und Leinwand oxidiert. Ich lege Wert auf eine universelle Sprache und Symbole und versuche, Verbindungen zwischen der Welt und ihren Geschichten herzustellen. Dieser Aspekt ist mir besonders wichtig und prägt die Einzigartigkeit meiner Arbeit. Wie gehen Sie bei der Entwicklung Ihrer Arbeit vor?

Bei der Entwicklung meiner Arbeit als bildender Künstler konzentriere ich mich auf die unmittelbare Umgebung und fange die grundlegenden Elemente des täglichen Lebens ein und dokumentiere sie. Meine Inspiration schöpfe ich aus architektonischen Räumen, insbesondere in urbanen Ballungsräumen. Baustellen, verlassene Räume und einzigartige temporäre Bauten faszinieren mich und verkörpern das dynamische Wechselspiel zwischen Schöpfung und Zerstörung. Die Essenz des Lebens in diesen Übergangsphasen steht im Mittelpunkt und prägt und beeinflusst die Entwicklung meiner künstlerischen Arbeit. Wer oder was beeinflusst Sie?

Die Einflüsse, die meine künstlerische Praxis prägen, sind tief in den Verbindungen zu meinen Vorfahren und der Archäologie verwurzelt. Durch Archivrecherchen in meiner alten Heimatstadt Tulamba in Pakistan erforsche ich persönliche Erinnerungen, kollektive historische Ereignisse und kulturelle Darstellungen. Die Archäologie dient mir als Grundlage, um Vergangenheit und Gegenwart zu verbinden, wobei die Erinnerung zum Werkzeug wird, um eigenständige Erzählungen von Zeit und Ort zu schaffen. 

Ich lasse mich von archäologischen Arbeiten inspirieren, die sich mit persönlichen Erinnerungen, kollektiver Geschichte und kulturellen Naturdarstellungen befassen. Die Aufdeckung historischer Aspekte mit tiefgreifendem Einfluss auf die zeitgenössische Kultur regt Diskussionen über die Interpretation von Räumen in ihren Kontexten und die Konstruktion dieser Kontexte an.

Machen Sie uns neugierig. Was planen Sie als nächstes?

Im kommenden Jahr beginne ich im Rahmen eines Kunstaustauschprogramms eine spannende Zusammenarbeit mit einem schottischen Künstler, bei der ich das faszinierende Thema „Vertreibung“ erkunde. Dieses gemeinsame Unterfangen verspricht neue Perspektiven und vielfältige Erkenntnisse in unseren künstlerischen Dialog einzubringen. 

Darüber hinaus habe ich mir weitere akademische Ziele gesetzt und plane, ein Ph.D.-Programm zu beginnen. Dieser nächste Schritt wird nicht nur meine Forschung und meine Atelierpraxis erweitern, sondern auch zu meiner persönlichen und künstlerischen Entwicklung beitragen. Ich möchte tiefer in die Welt des Wissens und der künstlerischen Erkundung eintauchen, die Grenzen meiner Kreativität erweitern und einen sinnvollen Beitrag zum Diskurs in meinem Fachgebiet leisten. Die bevorstehende Reise verspricht neue Entdeckungen, Kooperationen und kontinuierliches Wachstum meiner künstlerischen Bemühungen. Erfahren Sie mehr über den Künstler:

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