Gisela A. Lazarte (geb. 1989) ist eine venezolanische abstrakte Künstlerin mit Sitz in New York City. Mit ihrem filmischen Hintergrund legt sie in ihren Werken besonderen Wert auf die Vermittlung von Bewegung und lässt dabei Klang und Musik ihren Prozess stark beeinflussen. Mit einem zutiefst intuitiven und persönlichen Ansatz befasst sie sich in ihren Arbeiten mit einer Vielzahl von Themen, von alltäglichen Beobachtungen bis hin zu Fragen zu Identität, Zugehörigkeit und ihren Erfahrungen als Immigrantin der ersten und zweiten Generation. Wie sind Sie zur Kunst gekommen?
Wie viele Künstler habe ich schon früh angefangen. Schon als Teenager nahm ich Unterricht in Ölmalerei und war davon besessen. Eine Karriere als Malerin erschien mir damals jedoch nicht wirklich möglich, also legte ich sie beiseite und versuchte, ein anderes kreatives Ventil zu finden. Ich studierte Kommunikationswissenschaften mit Schwerpunkt Film und malte jahrelang nicht, doch irgendwie fand ich immer wieder dazu zurück, besonders in kritischen Phasen meines Lebens. Erst vor einigen Jahren wurde mir klar, dass sich nichts für mich so authentisch anfühlte wie die Malerei, und ich habe seitdem nicht mehr zurückgeblickt.
Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben? Was macht Ihre Kunst besonders?
Mein Stil ist sehr ausdrucksstark, sanft und doch lebendig. Je mehr ich male, desto mehr entferne ich mich von der Planung eines Werks. Stattdessen gehe ich mit einem Ausgangspunkt im Kopf ins Atelier – ein oder zwei Farben, ein Strich, eine Lasur, die ich gerne erkunden möchte – und lasse mich dann von dort aus von der Arbeit leiten. Auch Musik spielt in meiner Arbeit eine wichtige Rolle, sie erzeugt eine Stimmung und beeinflusst oft meine Pinselstriche. Ich stelle mir gerne vor, dass meine Arbeit eine Komposition aus vielen eng miteinander verbundenen Momenten einfängt, die irgendwo zwischen meiner inneren Welt und der mich umgebenden Außenwelt liegen. Wie gehen Sie bei der Entwicklung Ihrer Arbeit vor?
Meine Arbeit ist fast rein intuitiv. Die meisten Stücke bestehen aus mehreren Schichten; die meisten davon erstelle ich jedoch, während die Farbe in unterschiedlichem Grad noch feucht ist. Ich arbeite langsam und achtsam, muss aber dennoch im Moment schnelle Entscheidungen treffen, was den Prozess zu einer Art aktiver Meditation macht, bei der der Geist zur Ruhe kommt, die Bewegung aber konstant bleibt und es fast unmöglich ist, nicht präsent zu bleiben und sich der Übung hinzugeben. Wer oder was beeinflusst Sie?
Abgesehen von meinen eigenen Erfahrungen hat Musik, wie bereits erwähnt, einen direkten und unmittelbaren Einfluss auf meinen Arbeitsprozess. Auch Kunst in allen anderen Medien beeinflusst meine Arbeit stark: Film, Fotografie, Poesie, Tanz. Die Natur ist eine ständige Inspirationsquelle mit ihren vielen kleinen, fesselnden Momenten, die alles bedeuten; vom Licht-Schatten-Spiel auf einer Fassade über das Geräusch des Windes in den Bäumen einer ruhigen Straße bis hin zum Schimmern des Lichts über einem Gewässer an einem sonnigen Nachmittag. Auch negative oder schwierige Gefühle spielen eine Rolle; sie beeinflussen meist die stärksten Gesten und Spuren auf der Leinwand, und ich denke, der Kontrast macht alles ehrlicher.
Was planen Sie als Nächstes?
Ich habe ein neues Werk, das mich wirklich begeistert und das ich vom 9. bis 12. November auf der „The Other Art Fair“ in Brooklyn, NY, vorstellen werde. Ein weiteres geheimes Kooperationsprojekt ist seit Frühsommer in Arbeit und wird in Kürze bekannt gegeben! Instagram