Five questions to Arne Quinze

Fünf Fragen an Arne Quinze

Arne Quinze wurde 1971 in Gent geboren und ist ein belgischer zeitgenössischer Künstler, Maler und Bildhauer. Er lebt in Sint-Martens-Latem bei Gent. Vor 30 Jahren begann Quinze als Graffiti-Künstler. Heute reicht sein Werk von fesselnden abstrakten Ölgemälden bis hin zu massiven Metallinstallationen im öffentlichen Raum weltweit. Mit seinen Werken möchte er die Betrachter zum Dialog anregen und sie durch die Darstellung der göttlichen Schönheit der Natur dazu ermutigen, sich wieder mit ihren irdischen Wurzeln zu verbinden. Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Ich bin als Künstler geboren. Es ist unmöglich, dem zu entkommen, was einem im Blut liegt. Kunst zu machen ist meine Art zu kommunizieren. So drücke ich mich aus. Schon als Kind musste ich Kunst machen. Als Teenager zogen wir aus der weiten Landschaft, in der ich aufgewachsen war, nach Brüssel. Ich stellte mir die Stadt super vielfältig und bunt vor, wie in Science-Fiction-Filmen. Zu meiner großen Enttäuschung war jedoch das Gegenteil der Fall. Ich kam in einer grauen und eintönigen Stadt an, in der die Natur, die ich so liebe, völlig fehlte. Schnell begann ich, Graffiti zu malen, um die Städte wieder bunter und lebendiger zu machen. Ich reiste um die ganze Welt und entdeckte noch mehr graue und langweilige Städte. Es wurde meine Mission, durch Graffiti und schließlich auch durch die Installation monumentaler Installationen Freilichtmuseen in Städten zu schaffen.


Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben? Was macht Ihre Kunst besonders?

Ich gehöre keinem bestimmten Stil an. Erst die Zukunft wird zeigen, was mein Stil sein wird.

Wie gehen Sie bei der Entwicklung Ihrer Arbeit vor?

Jeden Morgen beginne ich meinen Tag mit einem inspirierenden Spaziergang durch den Wildblumengarten meines Ateliers, den ich gerne mein „Labor“ nenne. Alle Inspirationen für meine Kunstwerke stammen aus diesem Garten. Ich studiere und beobachte gerne alle Formen und Gestalten der Wildblumen im Laufe der Jahreszeiten und bringe sie dann auf meine Leinwand oder übersetze sie in meine Skulpturen. Beim Malen folge ich meinem Instinkt. Es ist mein Bauchgefühl, das mich leitet, wenn ich vor der Leinwand stehe – ein Gefühl, das ich während meiner Graffiti-Karriere auf der Straße entdeckt habe. Um eine Skulptur zu schaffen, gehe ich dagegen rationaler vor. Ich beginne mit einer Zeichnung. Dann folgen ein Rendering und ein Modell, und schließlich erschaffe ich auf dieser Grundlage die Skulptur.

Wer oder was beeinflusst Sie?

Ich liebe Science-Fiction-Filme wie „Ghost in the Shell“ und „Annihilation“. Sie beflügeln meine kreativen Gedanken. Es gibt so viele Dinge, die mich beeinflussen und inspirieren. Ich beschäftige mich gerne mit allem, was experimentell ist: Musik, Tanz, Architektur, Filme. Von Monet bis Chris Burdon, vom Film „The Cremaster Cycle“ bis zur Musik von Aphex Twin.

Was planen Sie als Nächstes?

Nächsten Monat werde ich für die Art d'Egypte eine Skulptur vor den Pyramiden von Gizeh errichten. Sie wird ein Zeittor darstellen, das mit den Pyramiden in Dialog tritt. Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis. Außerdem bereiten mein Team und ich gerade alles für eine große Einzelausstellung bei der nächsten Biennale in Venedig vor. Dort werde ich ein völlig neues Konzept vorstellen. Ich werde in die Rolle eines Außerirdischen schlüpfen, in die Schönheit und Komplexität der Natur eintauchen und versuchen, eine längst verlorene Harmonie wiederherzustellen. Und schließlich werden wir in Kürze eine permanente Skulptur im Londoner Finanzviertel errichten. Fotos: Dave Bruel

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