Daniel Mattar wurde 1971 in Rio de Janeiro, Brasilien, geboren. Er studierte Kunst und Design an der PUC Rio. Seine fotografischen Forschungen begannen in Tokio, Japan, wo er in den 1990er Jahren lebte und arbeitete. Seit 25 Jahren ist die Fotografie seine Ausdrucksform. Heute lebt er in Lissabon, Portugal, wo er sein künstlerisches Werk entwickelt. Wie sind Sie zur Kunst gekommen?
Ich wurde in Brasilien in eine Künstlerfamilie hineingeboren und war schon in jungen Jahren von den farbenfrohen und organischen Fiberglasskulpturen meines Vaters umgeben – eine sehr anregende Szene aus Farben und Formen. Von da an war es ein Sprung zum künstlerischen Experimentieren durch Fotografie und Malerei.
Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben? Was macht Ihre Kunst besonders?
Durch 2D-Fotografie versuche ich, die dritte Dimension des Materials, aus dem die Farbe und die Pigmente bestehen, einzufangen. Eine Mischung aus illuminierter Malerei und dreidimensionalen skulpturalen Formen, abgerundet durch großformatige Fotografie. Wie gehen Sie bei der Entwicklung Ihrer Arbeit vor?
Ich erschaffe Kompositionen und Texturen im Mikrokosmos und fotografiere diese Gemälde und Kompositionen, solange die Farbe noch frisch ist. Dabei nutze ich Optik und besonders sorgfältige Beleuchtung, um Berge, Meere und Dramen im endgültigen großformatigen Bild zum Vorschein zu bringen. Oft drucke ich diese Bilder auf Aluminium und male mit großen Pinseln diese neue Oberfläche, die im Mikrokosmos entsteht und im Makrokosmos vollendet wird, mit aufeinanderfolgenden Generationen von Bildern und Aneignungen der Oberflächen, die mich im Alltag umgeben. Wer oder was beeinflusst Sie?
Ich habe einige Zeit in Japan gelebt und auf meiner kreativen Reise Meditation und Zen-Philosophie praktiziert. Ich versuche, Kraft in begrenzten Mikrobereichen zu erzeugen und mich mit dem natürlichen Aspekt unseres Planeten zu verbinden, indem ich die Topographie, die Naturkräfte und die Offenbarung darstelle, das Makro im Mikrokosmos zu entdecken. Zen-Buddhismus, Taoismus und das Denken östlicher Philosophien sind mein Leitfaden und meine Schule.
Was planen Sie als Nächstes?
Momentan konzentriere ich mich auf die Produktion meines Buches, das meine Reise der letzten Jahre schildert, in der ich mit Fotografie und Malerei experimentiere und dabei die Poesie von Formen und Farben in den Blick nehme. Das Buch erscheint im November, und der Prozess der Rückschau und Zusammenfassung dieser jahrelangen Arbeit war sehr spannend.