Five questions to Marco Reichert

Fünf Fragen an Marco Reichert

Marco Reichert (Jahrgang 1979) ist ein abstrakter Künstler, der in Berlin lebt und arbeitet. Er studierte Freie Kunst und Malerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und stellt seine Werke europaweit aus. Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Ich habe schon immer gerne gezeichnet und schon in den Anfängen von Heimcomputern wie C-64 und Amiga habe ich angefangen, traditionelle und digitale Techniken zu kombinieren. Obwohl meine akademische Laufbahn mit Informatik begann, führte mich meine tiefe Leidenschaft für visuellen Ausdruck schließlich in die Welt der Malerei. Die Verschmelzung dieser Interessen wurde während meines engagierten Malereistudiums besonders deutlich.

Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben? Was macht Ihre Arbeit besonders?

Mein künstlerischer Ansatz konzentriert sich auf die Schnittstelle zwischen klassischer Malerei und dem Einfluss digitaler Medien. Obwohl dies in der heutigen Kunstlandschaft glücklicherweise kein Alleinstellungsmerkmal mehr ist, zeichnet sich meine Arbeit durch die physische Einbindung und Integration des digitalen Aspekts auf der Leinwand aus. Die von mir konstruierten und programmierten Malmaschinen spielen dabei eine entscheidende Rolle und verstärken oft die Strukturen und Oberflächen der prozessbasierten Malerei. Die daraus resultierende Interaktion zwischen der bearbeiteten Oberfläche und der dilettantischen Konstruktion dieser Maschinen erzeugt eine Störung, die sich einer eindeutigen Kategorisierung als rein analog oder digital entzieht. Wie gehen Sie bei der Entwicklung Ihrer Arbeit vor?

Normalerweise beginne ich ein neues Gemälde ohne festen Plan. Es beginnt mit einem vagen Konzept – einer Form, einem Farbkontrast oder einem feinen Gefühl für Gleichgewicht oder Ungleichgewicht. Dieser offene Ansatz ermöglicht einen natürlichen Prozess und führt mit jedem Werk zu neuen Entdeckungen. Das Material übernimmt zu Beginn meist die Führung und lenkt meine Reaktionen. Mit der Zeit formt sich organisch eine Komposition, mit der ich durch meine Malmaschinen interagiere. Wer oder was beeinflusst Sie?

In erster Linie suche ich auch außerhalb meiner Arbeit nach Störungen im System. Wie in meinem Malprozess, in dem ich versuche, mir genügend Raum für Überraschungen zu geben, interessieren mich Unregelmäßigkeiten, die schwer vorhersehbar sind. Diese können visuell, aber auch in Musik/Klang oder jeder anderen Ausdrucksform vorhanden sein.

Der Haupteinfluss ist also der „Glitch“.

Machen Sie uns neugierig. Was planen Sie als nächstes?

Derzeit bin ich intensiv mit den Vorbereitungen für zwei Ausstellungen in Europa beschäftigt, die für 2024 geplant sind. Diese Ausstellungen werden sowohl in institutionellen Räumen als auch in traditionellen Galerien stattfinden. Außerdem bin ich dankbar für die Möglichkeit, 2024 an zwei Residenzen teilzunehmen. Eine weitere bemerkenswerte Veränderung steht bevor: Ich werde in ein neues Atelier ziehen. Dieser Wechsel des Arbeitsraums wird voraussichtlich meinen kreativen Prozess direkt beeinflussen, ebenso wie die transformativen Einflüsse der Residenzen. Erfahren Sie mehr über den Künstler:

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