Five questions to Stephanie Dudd

Fünf Fragen an Stephanie Dudd

Stephanie Dudd, geboren 1986, ist eine in Hamburg lebende Künstlerin. Sie studierte Kunst auf Lehramt an der Leuphana Universität Lüneburg. Ihre künstlerischen Schwerpunkte liegen in den Bereichen abstrakte Malerei und Collage. Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Schon als Kind habe ich viel gezeichnet und an mehreren Malwettbewerben teilgenommen. Später habe ich Kunst als Hauptfach in der Schule gewählt und gerne Zeit im Kunstmuseum Wolfsburg in meiner Heimatstadt verbracht. Nach meinem Kunstlehramtsstudium und mehreren Jahren als Lehrerin in Hamburg wollte ich mir wieder mehr Freiraum für meine eigene Arbeit schaffen. Mittlerweile teile ich mir mit drei Freunden ein Atelier in Hamburg-Ottensen. Seit letztem Jahr konzentriere ich mich wieder hauptsächlich auf die Malerei und veröffentliche meine Arbeiten auf meinem Instagram-Account stephhh.art, meiner Homepage und präsentiere sie an Orten und Kunstmärkten in der Stadt.

Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben? Was macht Ihre Kunst besonders?

Flüssig, fein nuanciert, intuitiv, feminin und prozessorientiert:

Beim Schaffen ist es mir ein besonderes Anliegen, den Malprozess im Zusammenspiel mit Farbe, Leinwand oder Papier entstehen zu lassen. Ich arbeite gerne auf unbehandelter Leinwand, lasse die Farbe fließen, erforsche die Wechselwirkung zwischen Farbe und Untergrund und spiele mit subtilen Kontrasten und Harmonien. Es ist mir wichtig, ein ästhetisches Ganzes zu schaffen, das ich als ausgewogen und zugleich faszinierend empfinde, das die Sinne des Betrachters anregt und persönliche Assoziationen weckt. Wie gehen Sie bei der Entwicklung Ihrer Arbeit vor?

Ich arbeite gerne intuitiv und baue häufig experimentelle Methoden in meinen künstlerischen Prozess ein. Die immer gleiche Reproduktion eines Kunstwerks reizt mich weniger. Obwohl ich in meinen Gemälden ähnliche Techniken verwende, variiere ich oft einzelne Arbeitsschritte. Ich liebe die Überraschungsmomente, die beim Experimentieren entstehen, und den Prozess, diese zu verfeinern – es ist also meist eine Mischung aus Zufall und Absicht. Selten plane ich die einzelnen Schritte digital vorab auf meinem iPad. Aber selbst dann kommt in der Umsetzungsphase oft etwas anderes heraus, als ich es mir vorher vorgestellt hatte. Wer oder was beeinflusst Sie?

Alles Visuelle, von der bildenden Kunst über die Alltagskultur bis hin zur Architektur. Mich inspirieren Werke von Künstlern wie Helen Frankenthaler, Willem de Kooning und Cy Twombly, aber auch von vielen zeitgenössischen Künstlern wie Martha Jungwirth und Arne Quinze. Die Ästhetik alltäglicher Gegenstände wie Keramik, Textilien und heruntergekommener Fassaden oder die fließenden Strukturen der Architektin Zaha Hadid sprechen mich optisch an und beeinflussen mich sicher auch unterbewusst.

Die Titel meiner Werke sind oft von Songtexten inspiriert. Ich verwende aber auch alltägliche Redewendungen, die ich irgendwo aufgeschnappt habe und verbinde sie beim Malen oder nach der Fertigstellung mit meinen Kunstwerken.

Was planen Sie als Nächstes?

Ich habe gerade eine Homepage erstellt und werde in Kürze meinen ersten digitalen Katalog mit zum Verkauf stehenden Werken über meinen Newsletter veröffentlichen. Der „HAAM (Hamburg Affordable Art Market)“ findet vom 27. bis 30. Oktober im Neuen Amt Altona statt und wird einige meiner Werke beinhalten. Im Atelier möchte ich mit einigen großformatigen Gemälden auf Leinwand („The Big Five“) und einigen kleineren Arbeiten auf Leinwand und Papier fortfahren, während ich Collagen anfertige, gestickte Wörter und Linien in meine Kunstwerke „integriere“ und mit neutralen und bunten oder Neontönen experimentiere. Instagram